
Allergien - Veranlagung in der Familie?
Eine Frage der Gene

Ob wir eine Allergie bekommen oder nicht, hängt auch mit unseren Genen zusammen. Das heißt: Das Risiko ist umso größer, wenn Eltern oder Geschwister allergisch sind.
Das Besondere: Es wird nicht eine spezielle Allergie vererbt, sondern nur die Veranlagung überhaupt eine Allergie zu bekommen.
Aber Vererbung ist nicht der einzige Grund für Allergien. Es müssen noch weitere Auslöser dazukommen, um das Immunsystem aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Auf einen Blick
Je stärker und öfter jemand mit Allergikern in der Familie einem Allergen ausgesetzt ist, desto höher ist sein Risiko, selbst eine schwere Allergie zu bekommen.
Zu viel Hygiene kann auch schaden
Sie bewahren Ihr Kind nicht vor einer Allergie, indem Sie es unter die sprichwörtliche Glasglocke setzen. Es gibt sogar die Theorie, dass die Hygiene in der zivilisierten Welt zur Ausbreitung von Allergien beiträgt.
Bei zu viel Hygiene fehlt den Kindern eine natürliche Stimulation mit Mikroben, so dass sie eher Allergien bekommen. So konnte nachgewiesen werden, dass Kinder mit vielen Geschwistern, die häufiger Infekte erleiden, oder aber Kinder auf dem Land seltener Allergien entwickeln. Das beweist auch die Urwaldhypothese: Man beobachtete bei Eingeborenen aus dem Dschungel und Kindern aus Kenia, die stark mit Parasiten befallen waren, dass diese so gut wie nie allergische Symptome entwickeln.
Wie kann man also stattdessen einer Allergie aus dem Weg gehen?
Man weiß noch längst nicht alles über die Ursachen für die weite Ausbreitung der Allergie und die Möglichkeiten der Vermeidung. Darum heißt es, Risikofaktoren zu vermeiden und ein paar Schutzmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört:
- Stillen in den ersten sechs Monaten
- Wenn Stillen nicht möglich ist: Hypoallergische Säuglingsnahrung
- In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Mutter auf keinen Fall rauchen
- Bei allergiegefährdeten Kindern frühkindlichen Kontakt mit Haustieren vermeiden
Letztendlich, das haben wissenschaftliche Beobachtungen gezeigt, wäre ein frühkindlicher Kontakt zu Bakterien auch empfehlenswert. Aber das lässt sich nur schwer in die Tat umsetzen. Schließlich lebt nicht jedes Kind auf einem Bauernhof und auch eine gezielte Infizierung ist nicht wirklich realisierbar. Die Wissenschaft sucht also noch nach Methoden zur Vorbeugung, die man auch in der Realität durchführen kann.




